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Wahlprogramm 2026

Hier steht ausführlich, was ich vorhabe. Zehn Themen in klarer Reihenfolge – mit Beispielen aus Ganderkesee und mit dem Grund, warum mir jedes einzelne nahegeht.

Susanne Steffgen an ihrem Schreibtisch bei der Arbeit am Wahlprogramm

Mein Versprechen an Ganderkesee

Ich verspreche Ihnen nichts, was ich nicht halten kann. Was ich verspreche, ist Folgendes: Ich lese die Vorlagen, bevor ich abstimme. Ich frage nach, wenn mir etwas nicht einleuchtet. Ich sage Ihnen ehrlich, wenn etwas gerade nicht bezahlbar ist, statt Ihnen Hoffnungen zu machen. Und ich vergesse bei keiner Entscheidung die Menschen, die in Ganderkesee am wenigsten Lobby haben. Alles Weitere lesen Sie unten, Thema für Thema.

Inklusive Teilhabe

Alle Menschen gehören dazu – mit Rechten, Respekt und Chancen.

Darum geht es

Als selbst betroffene Frau weiß ich, wie wichtig echte Teilhabe ist. Alle Menschen sollen an Angeboten, Entscheidungen und Begegnungen teilhaben können – unabhängig von Alter, Herkunft oder Einschränkung. Dazu gehören barrierefreie Wege, Gebäude und verständliche Informationen. Vereine und Ehrenamt stärken die Teilhabe im Alltag.

Warum das wichtig ist

Der Bahnhof Bookholzberg wurde erst 2025 mit Aufzügen wirklich zugänglich. Jahrelang bedeutete das für viele: kein spontaner Zugausflug, kein Termin in Oldenburg, keine Selbstständigkeit. Ich habe zu oft erlebt, wie Menschen daraufhin einfach aufhören zu planen. Genau dieses Aufgeben möchte ich verhindern.

Das will ich konkret tun

  • Barrieren abbauen und Teilhabe für alle Generationen fördern.
  • Gehwege, Rampen und Bushaltestellen schrittweise umbauen, mit einem nachlesbaren Zeitplan.
  • Website und Formulare der Gemeinde in verständlicher Sprache und ohne digitale Hürden.
  • Eine feste Ansprechperson für Teilhabe in der Verwaltung, mit Namen und Telefonnummer.
  • Vereine und Ehrenamt unbürokratisch unterstützen, die Inklusion vor Ort tragen.

Barrierefreies und bezahlbares Wohnen

Wohnraum schaffen, der zu uns passt – bezahlbar und für alle zugänglich.

Darum geht es

Eine günstige Wohnung hilft niemandem, wenn sie nur über eine Treppe erreichbar ist. Bezahlbar und barrierefrei gehören zusammen, in jedem Lebensalter. Wir brauchen Wohnraum für Familien, junge Menschen und Seniorinnen und Senioren – barrierefrei gebaut und umgebaut, generationsübergreifend gedacht und mit sinnvoll genutztem Leerstand.

Warum das wichtig ist

Was nützt die günstige Wohnung im ersten Stock, wenn kein Aufzug hinaufführt? Viele Menschen bleiben deshalb dort wohnen, wo sie nicht mehr zurechtkommen – oder müssen die Gemeinde verlassen. Wohnen entscheidet über Teilhabe, Nähe zu Arbeit, Kita und Nachbarschaft.

Das will ich konkret tun

  • Bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum für jedes Lebensalter fördern.
  • Barrierefreiheit als feste Prüfung bei jedem Neubau und jeder Sanierung der Gemeinde.
  • Generationsübergreifendes Wohnen und sinnvolle Nutzung von Leerstand voranbringen.
  • Seniorengerechtes und bezahlbares Wohnen im Ortskern unterstützen.

Gute Mobilität

Verbindungen verbessern, Wege verkürzen – bequem, sicher und klimafreundlich.

Darum geht es

Mobilität muss alltagstauglich, bezahlbar und verlässlich sein – für alle Ortsteile. Bus, Bahn, Rad und Fußwege müssen so gut sein, dass man sie wirklich nutzen kann. So bleiben Arbeit, Schule, Arzt und Freizeit für alle erreichbar – heute und morgen.

Warum das wichtig ist

Steinkimmen, Falkenburg oder Bergedorf sind ohne Auto oft schwer zu erreichen. Das trifft junge Menschen, ältere Menschen und alle mit kleinem Einkommen zuerst. Ein zugänglicher Bahnhof ist ein guter Anfang, doch die letzte Meile in die Dörfer entscheidet über den Alltag.

Das will ich konkret tun

  • Öffentlichen Nahverkehr stärken: dichtere Takte, auch abends und am Wochenende.
  • Durchgängige, sichere und gut beleuchtete Rad- und Fußwege, besonders zu Schulen und Haltestellen.
  • Bushaltestellen konsequent barrierefrei ausbauen.
  • Flexible Angebote wie Rufbusse für dünn besiedelte Bereiche prüfen.

Starke Bildung

Beste Chancen von Anfang an für alle Kinder und Jugendlichen.

Darum geht es

Bildung ist die Grundlage für Teilhabe, Selbstvertrauen und Zukunftschancen. Kitas und Schulen brauchen gute Ausstattung, moderne Lernorte und faire Zugänge. Gute Bildung entlastet Familien im Alltag konkret – und entscheidet darüber, ob junge Menschen hier bleiben wollen.

Warum das wichtig ist

Ganderkesee investiert gerade viel: rund 8,3 Mio. Euro in die Ganztagsumstellung der Grundschulen und rund 5,4 Mio. Euro in den Kita-Neubau in der Heide. Das ist richtig. Aber Geld allein macht noch keinen guten Platz. Es zählt, ob eine Mutter im August tatsächlich eine Zusage in der Hand hält – und ob Jugendliche Orte und Mitbestimmung vorfinden.

Das will ich konkret tun

  • Kita- und Krippenplätze so ausbauen, dass kein Kind auf der Warteliste hängen bleibt.
  • Die Ganztagsumstellung pädagogisch hochwertig umsetzen, nicht nur baulich.
  • Gute Arbeitsbedingungen, damit Erzieherinnen und Erzieher bleiben.
  • Jugendräume, bezahlbare Freizeitangebote und echte Beteiligung junger Menschen fördern.

Klima-Verantwortung

Unsere Natur schützen, Ressourcen schonen – für eine lebenswerte Zukunft.

Darum geht es

Klimaschutz beginnt vor Ort und gelingt dort, wo er praktisch, bezahlbar und gerecht ist. Am wirksamsten sind Maßnahmen, die gleichzeitig Kosten senken und den Alltag angenehmer machen: Energie sparen, erneuerbare Lösungen fördern, Grünflächen schützen und uns an Hitze, Starkregen und Trockenheit anpassen.

Warum das wichtig ist

Hitzesommer und Starkregen treffen auch Ganderkesee, und sie treffen zuerst die, die keinen kühlen Rückzugsort haben. Vorsorge kostet weniger als Schadensbeseitigung. Gleichzeitig darf niemand das Gefühl bekommen, Klimaschutz sei etwas für Menschen mit Rücklagen.

Das will ich konkret tun

  • Gemeindeeigene Gebäude energetisch sanieren – das spart Emissionen und Betriebskosten.
  • Mehr Bäume, mehr Grün und weniger versiegelte Flächen gegen Hitze und Starkregen.
  • Photovoltaik auf öffentlichen Dächern ausbauen.
  • Natur und Gewässer schützen und Hochwasservorsorge ernst nehmen.

Faire Arbeit

Gute Arbeit fördern, lokale Wirtschaft stärken – respektvoll und zukunftsfähig.

Darum geht es

Gute Arbeit braucht verlässliche Rahmenbedingungen, kurze Wege und eine starke lokale Wirtschaft. Handwerk, Mittelstand und Dienstleistung sollen Entwicklungsmöglichkeiten haben. Ausbildung und Fachkräfte vor Ort fördern wir gemeinsam – und der Haushalt der Gemeinde muss ehrlich und nachvollziehbar bleiben.

Warum das wichtig ist

Der Haushalt 2026 weist ein Rekorddefizit von rund 6 Mio. Euro aus, und die Verschuldung soll bis 2029 deutlich steigen. Solche Zahlen machen mir keine Angst, aber sie verpflichten. Prioritäten setzen heißt auch, ehrlich zu sagen, was warten muss – und Aufträge möglichst hier vor Ort zu halten.

Das will ich konkret tun

  • Faire Aufträge an lokales Handwerk und Betriebe mit guten Arbeitsbedingungen.
  • Ausbildung und Fachkräfte vor Ort sichtbar machen und fördern.
  • Gründerinnen und Gründer unterstützen.
  • Zuerst in Bildung, Teilhabe, Sicherheit und Infrastruktur investieren – Ausgaben transparent darstellen.

Lebendiges Bürgerhaus

Ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Ideen für unsere Gemeinde.

Darum geht es

Zusammenhalt entsteht dort, wo Menschen sich sehen: im Verein, beim Fest, im Bürgerhaus, auf einem Platz mit Bänken im Schatten. Das Bürgerhaus soll zu einem lebendigen, offenen Ort für Austausch, Kultur und Gemeinschaft werden – für jede Generation. Vereine und Ehrenamt brauchen Pflege, Räume und Menschen, die sie öffnen.

Warum das wichtig ist

Vereine und Ehrenamtliche tragen unglaublich viel und geben oft zuerst auf, wenn Anträge kompliziert werden und Räume fehlen. Wo ein Treffpunkt verschwindet, merkt man es erst Monate später, wenn plötzlich niemand mehr fragt, wie es dem Nachbarn geht.

Das will ich konkret tun

  • Das Bürgerhaus als offenen Treffpunkt für alle Generationen stärken.
  • Vereine, Kultur und Veranstaltungen unbürokratisch und verlässlich unterstützen.
  • Räume öffnen und zugänglich halten – auch barrierefrei.
  • Ehrenamt wertschätzen und Bürgerbeteiligung früh ansetzen, nicht erst wenn alles beschlossen ist.

Ganderpass – Soziale Teilhabe

Ein Ausweis, der Türen wieder öffnet.

Darum geht es

Nicht alle Menschen in Ganderkesee können sich alles leisten – und trotzdem sollte niemand von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen sein. Der Ganderpass soll als Sozialpass nach dem Vorbild des Oldenburger Passes Ermäßigungen bei Sport, Kultur, Nahverkehr und kommunalen Einrichtungen bringen. Dazu möchte ich lokale Geschäfte gewinnen, die freiwillig mitmachen und als Partner sichtbar werden.

Warum das wichtig ist

Ich habe erlebt, wie Menschen bei Einladungen abwinken und einen Termin erfinden, weil ihnen der Eintritt peinlich ist. Armut zieht sich zurück, bevor jemand nachfragt. Ein Pass in der Tasche nimmt dieses Schamgefühl und bringt Menschen zurück in die Mitte des Ortes.

Das will ich konkret tun

  • Einen Ganderpass nach dem Vorbild des Oldenburger Passes einführen.
  • Ermäßigungen bei Sport, Kultur, Nahverkehr und kommunalen Einrichtungen sichern.
  • Lokale Betriebe als freiwillige Partner gewinnen.
  • Den Pass gemeinsam mit Nachbarkommunen auch über die Gemeindegrenze hinaus nutzbar machen.

Seniorinnen und Senioren

Älter werden mitten im Ort, nicht am Rand.

Darum geht es

Unsere Gemeinde wird älter – das ist eine Chance. Ältere Menschen bringen Erfahrung, Zeit und Engagement ein. Damit sie aktiv am Leben teilhaben können, braucht es wohnortnahe Begegnungsorte, gute Beratung und Angebote, die Einsamkeit vorbeugen – plus barrierefreie Wege, Bänke und einen verlässlichen Nahverkehr.

Warum das wichtig ist

Einsamkeit macht krank, und sie beginnt oft ganz leise: Der Bus fährt seltener, der Laden schließt, die Freundin zieht zur Tochter. Auf einmal vergeht eine Woche ohne Gespräch. Dagegen hilft kein Beschluss allein, sondern ein Ort, an dem jemand wartet – und ein Miteinander der Generationen.

Das will ich konkret tun

  • Zugängliche Treffpunkte und generationenübergreifende Angebote fördern.
  • Barrierefreie Wege, Bänke und erreichbare Treffpunkte in den Ortsteilen.
  • Mobile Angebote für alle, die nicht mehr gut aus dem Haus kommen.
  • Digitale Teilhabe mit geduldigen Kursen und Ansprechpartnern vor Ort.

Gesundheit und Pflege

Wohnortnahe Versorgung, die man auch ohne Auto erreicht.

Darum geht es

Gesundheit ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben – gerade in einer Flächengemeinde wie Ganderkesee. Hausarztpraxen, Fachärzte, Therapieangebote, Apotheken und Pflege müssen in den Ortsteilen erreichbar und zugänglich bleiben. Pflegende Angehörige leisten Enormes und brauchen Entlastung, verständliche Beratung und verlässliche Ansprechpartner.

Warum das wichtig ist

Wenn eine Praxis aus Altersgründen schließt und die nächste nur mit dem Wagen erreichbar ist, verlieren zuerst die Ältesten und die Kränksten den Anschluss. Aus eigener Erfahrung mit einer chronischen Erkrankung weiß ich, wie wichtig kurze Wege und echte Unterstützung sind.

Das will ich konkret tun

  • Wohnortnahe ärztliche Versorgung sichern und Nachwuchs für Praxen gewinnen.
  • Zugängliche Praxen fördern, von der Eingangstür bis zur Untersuchungsliege.
  • Tagespflege, Kurzzeitpflege und ambulante Angebote vor Ort ausbauen.
  • Pflegende Angehörige durch Beratung und Entlastung stärken.

Sie haben bis hierhin gelesen, danke dafür

Wenn Sie etwas vermissen oder anderer Meinung sind, sagen Sie es mir bitte. Und wenn Sie einverstanden sind, dann geben Sie mir am 13. September 2026 Ihre Stimme.