17 August 2026
Barrierefrei, Teilhabe und Inklusion für alle umsetzen
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Bezahlbar und barrierefrei wohnen: Susanne Steffgen fordert verbindliche Quote für Ganderkesee
Eine Wohnung muss nicht nur bezahlbar, sondern auch tatsächlich zugänglich sein.
Ganderkesee, August 2026. Bezahlbarer Wohnraum ist dringend notwendig. Für Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Familien mit besonderen Bedürfnissen reicht es jedoch nicht aus, wenn eine Wohnung lediglich bezahlbar ist. Sie muss auch barrierefrei erreichbar und nutzbar sein.
„Was nützt mir eine bezahlbare Wohnung, wenn ich ohne Aufzug nicht in die oberen Geschosse komme oder mit meinem Rollstuhl nicht durch die Türen und ins Badezimmer gelange? Bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum müssen zusammen gedacht werden“, erklärt Susanne Steffgen, Leiterin der BSK-Kontaktstelle Ganderkesee und Kandidatin für den Gemeinderat auf Liste 14.
Steffgen fordert deshalb eine verbindliche Quote für barrierefreie und bezahlbare Wohnungen bei neuen Wohnbauprojekten und bei öffentlich gefördertem Wohnungsbau in Ganderkesee. Die genaue Quote sollte anhand einer aktuellen Bedarfsermittlung gemeinsam mit Betroffenen, Selbsthilfegruppen, dem Seniorenbeirat und den zuständigen Fachstellen festgelegt werden.
Dabei müsse Barrierefreiheit umfassend verstanden werden. Dazu gehören unter anderem stufenlose Zugänge, ausreichend breite Türen, geeignete Bäder, Bewegungsflächen, erreichbare Briefkästen und Aufzüge. Auch die Bedürfnisse blinder und sehbeeinträchtigter Menschen müssten berücksichtigt werden, beispielsweise durch tastbare Orientierungshilfen, kontrastreiche Gestaltung und geeignete Leitsysteme.
Persönliche Erfahrungen zeigen den dringenden Handlungsbedarf
Susanne Steffgen kennt die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche aus eigener Erfahrung. Im Jahr 2014 musste sie ihre barrierefreie Wohnung wegen erheblicher Schimmelbelastung aufgeben. Infolge der gesundheitlichen Belastung erkrankte sie an einer Lungenentzündung.
„Danach habe ich mehr als zwei Jahre nach einer passenden Wohnung gesucht. Bezahlbare Wohnungen gab es zwar, aber ich konnte sie mit dem Rollstuhl nicht nutzen. Barrierefreie Wohnungen wiederum waren für mich mit meiner Rente nicht bezahlbar. Nach Abzug von Miete und Nebenkosten wären mir nur etwa 150 Euro zum Leben geblieben“, berichtet Steffgen.
Mangels einer geeigneten Wohnung musste sie schließlich in ein Pflegeheim ziehen und ihren gesamten Hausrat auflösen. Erst 2016 fand sie wieder eine bezahlbare und barrierefreie Wohnung. Dadurch konnte sie nach mehr als zwei Jahren in die eigenen vier Wände zurückkehren und ein selbstbestimmteres Leben mit deutlich mehr Lebensqualität führen.
„Niemand sollte seine Selbstständigkeit, sein Zuhause und seinen gesamten Hausrat aufgeben müssen, nur weil es an geeignetem Wohnraum fehlt. Wohnen ist ein Grundbedürfnis und ein wichtiger Teil von Menschenwürde und gesellschaftlicher Teilhabe“, betont Steffgen.
Der Bedarf wird weiter steigen
Der demografische Wandel macht barrierefreien Wohnraum immer wichtiger. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass Menschen auf einen Rollator, einen Rollstuhl oder andere Unterstützung angewiesen sind. Auch Krankheiten und Unfälle können das Leben jederzeit verändern.
Bundesweit fehlen nach verschiedenen Erhebungen mehrere Millionen altersgerechte beziehungsweise barrierefreie Wohnungen. Nach Angaben der Aktion Mensch erfüllen derzeit nur rund 2,4 Prozent der verfügbaren Wohnungen alle wesentlichen Kriterien eines barrierefreien Wohnraums. Quelle: Aktion Mensch
Die Bundesfachstelle Barrierefreiheit verweist zudem darauf, dass bereits heute rund 2,2 Millionen altersgerechte Wohnungen fehlen. Für das Jahr 2040 wird ein Bedarf von etwa 3,3 Millionen altersgerechten Wohnungen erwartet. Quelle: Bundesfachstelle Barrierefreiheit
Auch in Ganderkesee ist die Situation herausfordernd.
Der Arbeitskreis selbstbestimmtes Ganderkesee weist auf den Mangel an barrierefreiem und zugleich bezahlbarem Wohnraum hin. Quelle: ASG Ganderkesee
Planung mit den Betroffenen
Susanne Steffgen möchte, dass Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen frühzeitig in die Planung einbezogen werden. Die Erfahrungen der Betroffenen seien unverzichtbar, damit Wohnungen nicht nur auf dem Papier, sondern auch im Alltag barrierefrei sind.
„Wir brauchen in Ganderkesee eine verlässliche Wohnraumpolitik, die Bezahlbarkeit und Barrierefreiheit miteinander verbindet. Dazu gehören eine verbindliche Quote, eine regelmäßige Bedarfsermittlung und die Beteiligung der Menschen, die auf barrierefreien Wohnraum angewiesen sind.“
Von 2016 bis 2021 konnte Steffgen bereits an wichtigen Themen rund um Barrierefreiheit und Teilhabe mitarbeiten. Diese Arbeit möchte sie gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Selbsthilfegruppen und den zuständigen politischen Gremien fortsetzen.
„Bitte schenken Sie mir bei der Kommunalwahl 2026 Ihr Vertrauen und Ihre Stimme für Liste 14. Gemeinsam können wir Ganderkesee inklusiver und lebenswerter gestalten – mit Wohnungen, die bezahlbar, erreichbar und wirklich nutzbar sind.“
Susanne Steffgen – Liste 14
Für mehr Barrierefreiheit, bezahlbaren Wohnraum und ein selbstbestimmtes Leben in Ganderkesee.
Quellen
• Aktion Mensch: Barrierefreie Wohnung – oft eine Ausnahme
• Bundesfachstelle Barrierefreiheit: Mangel an barrierefreiem
Wohnraum
• Arbeitskreis selbstbestimmtes Ganderkesee: Wohnraum –
barrierefrei und bezahlbar
• Statistisches Bundesamt: Wohnen und Barrierefreiheit
Hinweis: Die genannten bundesweiten Zahlen beziehen sich nicht unmittelbar auf Ganderkesee. Für die Gemeinde sollte deshalb eine eigene Bedarfsermittlung durchgeführt werden.
